Maslow’s Theorie der Grundbedürfnisse – wichtiger denn je!

Einfache_Bedürfnishierarchie_nach_Maslow

Warum die individuelle Handlung einem allgemeinen Muster folgt

Erinnern wir uns einmal zurück, jedem von uns ist sicherlich einmal der Name „Maslow“ und seine Theorie zur Bedürfnishiercharchie begegnet. Der US Amerikanische Psychologe Abraham Maslow veröffentliche 1943 erstmalig Ideen für ein Modell welches die menschlichen Bedürfnisse nennt, ordnet und priorisiert. Anschließend fasste er die Ergebnisse grafisch in Form einer Pyramide zusammen. Grundlegend geht er davon aus, dass jeder Mensch zunächst die Bedürfnisse der untersten Hierarchiebene befriedigen muss, bevor er sich den Bedürfnissen der übergeordneten Ebene annimmt und annehmen kann. Solange ein Bedürfnis unbefriedigt ist, beeinflusst es das Handeln und der Organismus nimmt Schaden. Dabei ist nicht das Bedürfnis selbst der Antrieb, sondern vielmehr die Befriedigungsfolge. Je stärker ein Bedürfnis befriedigt ist, je mehr nimmt die motivierende Wirkung ab (Bsp. Wenn man nicht mehr durstig ist, versucht man auch nicht mehr zu trinken). Diese Grafik der Pyramide, stellt die einzelnen Stufen dar.

Die Einzelnen Ebenen – ein vereinfachter Schnelldurchlauf

Stufe 1-3
Unter den Physiologischen Bedürfnissen, der untersten Ebene, fasst Maslow Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Atmen zusammen. Erst wenn diese befriedigt sind, können wir uns unseren Sicherheitsbedürfnissen widmen z.B. dem Bau einer Hütte zum Schutz vor Kälte. Wenn der eigene Organismus gestärkt und geschützt ist, streben wir nach sozialen Kontakten. Diese sind elementar für einen gesunden Organismus, nicht um sonst ist Einzelhaft eine Form der Folter.

Stufe 4
Sind die ersten drei Ebenen befriedigt, stehen laut Maslow in der vierten Stufe individuelle Bedürfnisse im Vordergrund. Diese können sein, Unabhängigkeit, Freiheit, Erfolg oder auch Ansehen, Prestige, Achtung und Wertschätzung – also eine passive Komponente der Selbstachtung die nur von anderen Menschen für uns erfüllt werden kann. Oder anders, nur durch Interaktion mit anderen Menschen können wir einen Teil unserer Bedürfnisse überhaupt befriedigen.

Stufe 5
Sollten auch dann alle Bedüfnisse befriedigt sein, definiert Maslow die Selbstverwirklichung als Bedürfnis das maximale aus der Summe der einem gegebenen Fähigkeiten herauszuholen. Die Form dieses Bedürfnisses ist hier völlig individuell. Dies kann der Wunsch sein eine gute Mutter zu sein, ein Spitzensportler oder auch ein Erfinder. Den Anteil der Menschen die diese Stufe erreichen schätz Maslow schon damals als äußerst gering ein. Elementar dafür ist, dass man seine eigenen Fähigkeiten kennt.

Masow’s Theorie im 21 Jahundert – was wir daraus lernen

Natürlich ist jedes Individuum beeinflusst von der Welt in der es aufwächst und lebt. Damit verbunden sind individuelle Bedürfnisse verschieden. Überträgt man Maslow’s Theorie auf die heutige Zeit und unsere Gesellschaft, so wird eigentlich schnell deutlich, dass die Bedürfnissebenen 1-3 nicht mehr im Zentrum stehen. Wichtig ist nur zu wissen, dass sie jeden Menschen betreffen, er egal wo er herkommt. Wir brauchen uns also nicht wundern, dass Menschen versuchen diese Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Im Unterschied zu 1943 sind wir heute frei und sicher. Darüber hinaus haben wir vielfältige Möglichkeiten unsere eigenen Interessen auszuleben und neue Interessen zu entwickeln. Die Globalisierung hat dazu beigetragen dass wir immer Neues kennenlernen und sich unser Bedürfnis nach Individualität ständig verändert. Die Stufe vier „Individualbedürfnisse“ ist heute sicherlich leichter zu erreichen, aber wird immer schwieriger zu befriedigen. Die Stufe fünf hat damit verbunden einen ähnlichen Stellenwert wie damals, sie erreichen nur wenige.
Daraus abgeleitet müssen die Menschen in der heutigen Zeit leichter unzufrieden sein und oftmals wissen sie wohl selbst nicht mehr warum. Die Folge, die Menschen werden unglücklicher und sie verlieren ihre eigenen Bedürfnisse weiter aus den Augen – ein Teufelskreis.
Menschen die uns diese Entwicklung immer wieder vor Augen führen sind unsere Eltern und Großeltern. Den Satz „wir brauchten früher nicht viel um glücklich zu sein“ hat sicher jeder schon mal gehört. Und im Grunde ist dies richtig, weniger Möglichkeiten ergeben weniger Bedürfnisse und darauf resultierend weniger Aufwand seine individuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Ein Trend der diese Annahme in Teilen belegt, ist z.B. die Zunahme der Krankentage von Arbeitnehmern durch psychische Erkrankungen.

Statista Burnout Krankentage AU psychische Erkrankungen

Hier kommen natürlich viele Faktoren zusammen, jedoch ist es auch hier meist eine Mischung aus unbefriedigten Bedürfnissen der vierten Stufe (z.B. Anerkennung, Prestige oder auch Freiheit) die Unzufriedenheit, Unruhe und Erschöpfung auslösen.

Die große Gefahr

Eine Gefahr die entsteht ist, dass der Wunsch der Befriedigung individueller Bedürfnisse dazu führt, dass wir die Stufen 1-3 vernachlässigen. Die „sozialen Medien“ z.B. gaukeln uns eine Form von sozialem Miteinander vor, welches aber nicht das ursprüngliche Bedürfnis nach sozialen Kontakten befriedigt – 100 Geburtstagsnachrichten auf Facebook aufgrund eines Autoreminders fühlen sich anders an als eine handgeschriebene Karte eines guten Freundes. Die Möglichkeit schnell und direkt mit vielen leuten Kontakt zu halten ist bezogen auf die Stufe drei von Maslow also eher schädlich. Problematisch wird das vor allem für Menschen, die in einem labilen Umfeld aufwachsen und für die die sozialen Medien von Kindheitstagen dazu gehören.

In Bezug auf unser Konsumverhalten birgt die aktuelle Entwicklung noch eine viel  größere Gefahr. Das unbewusste konsumieren von Wirtschaftsgütern, ohne dass wir uns Gedanken machen, was wir kaufen und bei wem wir es kaufen, fördert indirekt gesellschaftliche Veränderungen die wir im Zweifel gar nicht wollen. Die vermehrte Nutzung von großen Onlineversanddiensten führt beispielsweise dazu, dass immer mehr kleinere Geschäfte aufgeben müssen. Die Schließungen verändern unser Stadtbild negativ. Darüber hinaus treffen wir beim online shopping nicht auf anderen Kunden, dass Bedürfnis nach sozialen Kontakten wird also wiederum nicht befriedigt. Zum Thema „Bewusster einkaufen“ aber mehr in einem weiteren Artikel.

Warum schreibe ich das alles?

Maslows Theorie ist die Grundlage unseres täglichen denkens und handelns. Sie hält uns vor Augen, in welcher Situation wir uns heute befinden. Wir sollten uns täglich bewusst machen, dass unser Gegenüber ebenfalls durch Bedürfnisse gesteuert wird und das es jeweils nur nach Befriedigung der einzelnen Stufen weiter vorausschauen kann.

Natürlich sehen unsere Eltern und Großeltern die Probleme der neueren Generation i.d.R. nicht, dies liegt in der Natur der Sache. Wir sollten es Ihnen aber nicht übel nehmen und viel mehr darauf achten uns etwas von dem damaligen „Wir brauchten nicht viel…“ – Gefühl für uns zu behalten.
Sich selbst auf seine eigentlichen Bedürfnisse zu konzentrieren und anderen zu Helfen die nächste Stufe zu gerreichen, sehe ich als die Herausforderung der heutigen Zeit.

Teilt Ihr diese Einschätzung?

 

Weiterführende Links:
Vergammeltes Obst, der NDR und unsere Gebühren!

Ist die Digitalisierung ein Jobkiller?

 

 

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