Der Walmart Effekt – Verbrannte Erde in den USA

Front view of a Walmart supercentre store exterior sign logo Ontario Canada  KATHY DEWITT. Image shot 05/2012. Exact date unknown.

Der größte private Arbeitgeber der Welt

Eigentlich ärgere ich mich, denn ich wollte noch den ein oder anderen Blogeintrag schreiben, welcher auf dieses Thema hinführt. Denn der „Walmart Effekt“ ist das worum es in diesem Blog geht. Aber wenn die Presse nun schon darüber berichtet, nutze ich die Gelegenheit natürlich gerne.

Der US-Amerikanische Einzelhandels Riese Walmart ist das größte Einzelhandels-unternehmen der Welt. Mit Weltweit über 2 Millionen Arbeitnehmer ist es zudem der größte private Arbeitgeber, vor allem natürlich in den USA. Seine Besitzer, die Familie Walton ist mit einem Vermögen von 145 Mrd Dollar (2013) der reichste Familienclan der Welt. Ihr Vermögen entspricht in etwa der gesamten Wirtschaftsleistung Vietnams. Im Vergleich dazu, wird das Vermögen der Aldi Brüder auf etwa 45 Mrd Dollar geschätzt.
Das 1962 gegründete Unternehmen ging mit dem Slogan „Save Money, Live Better“ an den Start und bot den Amerikaner alle Artikel zu den günstigsten Preisen.
Extrem erfolgreich expandierte Walmart in alle Richtungen und agiert bis heute u.a. in  Mexiko, Kanada und Großbritanien. 1996 Expandierte Walmart auch nach Deutschland. Aber auch 10 Jahre später spielte das Unternehmen hierzulande keine Rolle. Die deutschen waren Discounter schon gewohnt und sahen demnach keinen Grund bei Walmart zu kaufen. 2006 zog sich Walmart dann aus dem Markt zurück und verkaufte seine Märkte an die Metro Gruppe, die diese heute unter der Marke REAL betreibt.

Walmart verdrängt lokale Einzelhändler

Walmart expandierte in seiner Geschichte in nahe zu jede Stadt und Kleinstadt in den USA. Im großen und ganzen war man sich einig, Walmart bringt Konkurrenz, dadurch bessere Preise und somit mehr Kaufkraft für die Bevölkerung. Am Ende profitiert zusätzlich der Staat durch höheres Steueraufkommen. Baugenehmigungen für die großen Walmart-Einkaufszentren sollten da kein Problem darstellen.walmart_store_interior_rtr_img.jpg Je länger Walmart in einer Stadt ansässig war, je mehr verschwanden die kleinen und lokalen Händler aus der Stadt. Mit der Preisstruktur eines solchen Konzerns kann langfristig niemand mithalten. Neben dem sich das Stadtbild verändert, wenn Läden schließen, tritt vor allem ein Effekt in Kraft, die Bevölkerung wird abhängig. Besonders in kleinen Städten oder ländlichen Regionen ist das ein Problem, denn dort wo die Auswahl von Beginn an schon nicht all zu groß war, blieb Walmart am Ende meist die einzige Wahl.

Walmart verpasst den Anschluss und hinterlässt verbrannte Erde

Wie es häufig so ist bei erfolgreichen Geschäftsmodellen, so passierte es auch der Walmart Führung, dass Sie die Zeichen der Zeit lange übersah. Man nahm Amazon als Pionier des Online Handels an, schenkte dem Thema jedoch nicht genügend Bedeutung. Vielleicht war man sich auch seiner Sache zu sicher und akzeptierte dessen online Modell neben dem eigenen stationären Modell.
Das Walmart da keinen zu kleinen Trend verpasst hat, ist mitlerweile jedem klar. Um nun nicht vollends den Anschluss zu verlieren, investiert Walmart nun viel Geld in neue Technologien und Lösungen für sein Problem. In solch einer Phase passt natürlich eines gar nicht und das sind unrentable Geschäfte in kleinen Städten. Walmart, das noch kurz zuvor in Ihr Konzept „Walmart Express“ und damit in besonders kleine Läden investiert hat rudert nun zurück und beginnt eben genau solche Märkte wieder zu schließen um den konzern für den Umbau finanziell stabil aufzustellen. Dabei hinterlässt vor allem das Express Konzept zum Teil tiefe spuren in den Provinzen. Neben Lebensmitteln und Non-Food verkauft Walmart ca. 30 % aller Arzneimittel der USA in seinen Läden. So sind es neben den Lebensmitteln vor allem auch Arzneimittel die den Meschen nach dem Weggang fehlen. Der „Walmart Effekt“ wird für viele Menschen ein reales Problem.

Lebensqualität – New York und andere trotzen Walmart

Im Grunde genommen ist es doch Paradox, wenn man das Gro der Menschen fragt, so wollen sie Ihre Produkte als erstes zum günstigsten Preis kaufen, frei nach dem Motto „Geiz ist Geil“. Geht man allerdings auf Städtereise also in den Urlaub, so verschlägt es die meisten Touristen der USA jedoch in Städte wie New York. Die Menschen berichten von verschiedenen Kulturen, tollen Restaurants und Geschäften mit Produkten aus der ganzen Welt. New York fasziniert die Menschen eben genau deswegen. Bis heute sind die «5 Boroughs» – Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island – Walmart-freie Zone. Und dies werde auch zukünftig so bleiben, so Bürgermeister Bill de Blasio bei seinem Amtsantritt. Kein Walmart bedeutet also Faszination, eigenlich eine einfache Gleichung. Aber wollen wir wirklich das New York und ein paar andere die einzigen faszinierenden Städte bleiben?

Was in den USA schon geschieht, passiert gleichzeitig auch schon in Deutschland. Jeder der seine Stadt aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass sich das Ladenbild wandelt. Spielzeuggeschäfte oder Bastelläden schließen und werden durch Schnellrestaurants ersetzt. Auch Handyläden und 1-Euro Shops sind in vielen Städten trauriger Alltag. Sie verkaufen alle Artikel die Amazon noch nicht im Portfolio hat oder wo das Porto noch eine natürliche Hürde darstellt.
Am Ende hat die Geschichte von Walmart daher dennoch etwas positives, immerhin war lange Zeit auch in kleinen Orten wenigstens ein letztes Geschäft im Ort. Im Zeitalter „Amazon“ wird das anders…

 

 

Weiterführende Links:
Der Handel im Wandel, diese Ketten haben die Nase vorn.

Alibaba bringt Ebay ins wanken.

Bildnachweise:
https://timedotcom.files.wordpress.com/2014/12/141224_em_walmart_12.jpg?quality=75&strip=color&w=1100
http://www.thenation.com/wp-content/uploads/2015/06/walmart_store_interior_rtr_img.jp
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