Kollektives Burnout durch soziale Medien??

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– Kurzes Update –

Maslows Theorie der Grundbedürfnisse und die Gefahr bei „Social“ Media

Heute Morgen lass ich einen Artikel, welcher mich sehr deutlich an einen meiner Blogeinträge in den vergangenen Monaten erinnerte. Daher möchte ich das Thema kurz noch mal aufgreifen und einen genannten Aspekt erneut beleuchten. Wenn Ihr meinem Blog schon etwas länger folgt, dann werdet Ihr wissen, dass ich mich vor einiger Zeit mit der Maslowschen Bedürfnispyramide beschäftigt habe. Die grundlegende Fragestellung war, passt diese Theorie noch zu unserer heutigen Gesellschaft und wenn ja, in welcher Stufe befinden wir uns? Können wir wirklich die Stufe 5 laut Maslow erreichen und uns alle selbstverwirklichen?  Zur Erinnerung,

Stufen 1 bis 3 – beziehen sich auf die Grundbedürfnisse des Menschen (hier sieht Maslow auch „soziale Kontakte“), Stufe 4 beschreibt individuelle Bedürfnisse und Stufe 5 die Selbstverwirklichung.

Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Stufen und des Themas findet Ihr in meinem Beitrag „Maslow’s Theorie der Grundbedürfnisse – wichtiger denn je!„. Meines Erachtens ist dieses Modell wunderbar geeignet um vor dessen Hintergrund die Problemstellungen der heutigen Zeit zu hinterfragen. Hier genauer: warum werden wir immer unglücklicher obwohl wir immer mehr haben?

Körperliche Resonanz als Ausweg

In meinem Artikel habe ich als Zwischenfazit festgehalten: „Eine Gefahr die entsteht ist, dass der Wunsch der Befriedigung individueller Bedürfnisse dazu führt, dass wir die Stufen 1-3 vernachlässigen. Die “sozialen Medien” z.B. gaukeln uns eine Form von sozialem Miteinander vor, welches aber nicht das ursprüngliche Bedürfnis nach sozialen Kontakten befriedigt – 100 Geburtstagsnachrichten auf Facebook aufgrund eines Autoreminders fühlen sich anders an als eine handgeschriebene Karte eines guten Freundes.“

Nun wird das Thema auch von den soziologen aufgegriffen und kritisch hinterfragt. Einen wirklich guten Artikel zu dem Thema finden Sie unter diesem Link: „soziologe-soziale-medien-gaukeln-resonanz„. Für Professor Hartmut Rosa ist der Zentrale Punkt die fehlende „Resonanz“. Sein Fazit, die fehlende Körperliche Resonanz bei sozialen Medien birgt eine Gefahr für die Gesellschaft. Eine Folge habe ich in meinem Artikel schon beschrieben.
Muße kann laut Rosa, ein Weg sein diese Resonanz zu erfahren. Leider „leben (wir) in einem Zeitalter, das wirkliche Muße nicht mehr kennt. Sie stellt sich ein, wenn das Tagwerk vollbracht ist und alle legitimen Erwartungen an einen selbst, und die man an die Welt hat, erfüllt sind. Aber wir haben auch nach getaner Arbeit immer noch Tausend Dinge auf der To-Do-Liste stehen- und wenn es nur darum geht, etwas für die eigene Fitness zu tun oder eben noch etwas zu entschleunigen.“ Auch dies kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Auch den Trend des Entschleunigens sieht Rosa nicht als Lösung, „Entschleunigung an sich ist keine Lösung. Denn Langsamkeit kann nicht zum Selbstzweck werden.“

Maslow schreibt dazu, wer die Bedürfnisse der einzelnen Stufen nicht befriedigt, schadet seinem Organismus. Es lohnt sich scheinbar die Stufen 1-3 noch mal genauer anzuschauen um zu verstehen was jeder Einzelne von uns wirklich braucht.

 

 

Bildnachweis:
http://bc01.rp-online.de/polopoly_fs/wtaeglmonitor-sitzt-kennt-beschweraugen-schmerzen-kopf-1.2239850.1317779727!httpImage/931201884.jpg_gen/derivatives/d540x303/931201884.jp

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5 Gedanken zu “Kollektives Burnout durch soziale Medien??

  1. Auch mir war klar, dass „sozialen Medien“ etwas fehlt. Bisher konnte ich nur nicht identifizieren, was genau.
    Danke für die Erklärungen und wissenschaftlichen Einschätzungen.

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  2. Ein interessantes Thema und ein interessanter Gedanke. Der Philosoph Byung-Chul Han hat die Müdigkeitsgesellschaft beschrieben, in der jeder Arbeiter seines eigenen Unternehmens ist und einer ständigen Selbstoptimierung nacheilt, die ihn letztlich zum Sklaven seines Seins macht. Das spiegelt sich wider in der Transparenz des Lebens und Alltags, die beide in den sozialen Netzwerken ausgestellt werden. Oft genug gefakt, mindestens oft genug beschönigt. Die dadurch mögliche Neidspirale und ihre Folgen, wurde u.a. in einer Studie der TU Darmstadt und vor allem in der Studie von Fabio Sabatini beschrieben. Das Ergebnis war ja eindeutig. Die Nutzung sozialer Netzwerke ist signifikant negativ. Das ist auch logisch. Jeder ist derartig vernetzt und ständig über irgendeinen Weg erreichbar, dass Ruhephasen und der „Müßiggang“ – ich würde zuerst das schlichte Abschalten sehen – ausfallen. Immer ist man auf dem Sprung und bereit für eine Reaktion auf eine Banalität wie ein Like, ein Tweet, ein Retweet oder eine andere Nichtigkeit, die vermeintlich wichtig ist. Aber was ist das schon. Luft. Zuckerwatte. Keine Substanz. Und wie du schon schreibst: Diese digitalen Zuwendungen haben mit sozialer Nähe nichts zu tun – was den Menschen enttäuscht, wenn er es bemerkt. Vielleicht werden sie daher als besonders (negativ) emotional empfunden. However: Damit wird die Chance verpasst, die höchste Stufe der Maslowschen Pyramide zu erreichen. Die findet sich nicht im Netz. Gerald Hüther, ein Neurobiologe, hat dazu einen griffigen Satz beigesteuert: „In einer vernetzten Gesellschaft können sich Menschen nicht begegnen.“

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