Lebensmittel Online kaufen – Wie Amazon es vormacht

 

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Mitlerweile ist jedem im deutschen Handel klar, die Digitalisierung kommt, sie wird den Einzelhandel weiter verändern und er muss sich anpassen um konkurrenzfähig zu bleiben. Die großen Unternehmen aus dem Ausland machen vor was das bedeutet. Amazon hat seinen Lieferdienst „Fresh“ nun schon in ausgewählten Städten aufgeschaltet und wird ihn Stück für Stück ausbauen. Die Benchmark ist also da, wer bis 12 Uhr bestellt, wird am gleichen Tag beliefert und kann dafür auf 85.000 Artikel zugreifen. Wer zudem Amazon Prime Kunde ist, kann kostenlos innerhalb eines 2 Stunden Zeitfensters, oder gegen Aufpreis innerhalb von 1 Std beliefert werden. Ganz nebenbei, kann man viele Amazon Artikel kostenfrei bestellen und erhält zudem Zugriff auf Filme und Musik in den Amazon Streamingportalen.
Bei einem aktuellen Test unter dem Namen „instant pickup“ zeigt AMAZON in den USA, das Kunden zukünftig 20 Minuten nach bestellen per Smartphone ihre Waren in Pickup Boxen abholen könnten.

 

Der Handel bereitet sich vor

In Deutschland haben wir eine sehr erfahrene Handelslandschaft, welche gleichzeit über viel Geld verfügt. Soviel Geld, dass Strafzinsen der EZB sogar die Modernisierung der Filialnetze befeuert aber dazu mehr in einem separaten Beitrag. Das vorhandene Geld verbunden mit der Erfahrung sollten doch eigentlich der ideale Nährboden sein um der aufstrebenden Online-Konkurrenz zu zeigen, wer der Herr im Hause ist. Die Rewe Group, einer der größten Handelskonzerne Europas, spielt hier ganz vorne mit. Schon lange liefert man Lebensmittelmittel zu den Kunden nach hause und wie kürzlich bekannt wurde baut man nun seinen Online Shop zu einem Marktplatz aus. Ein Schritt den auch schon andere Unternehmen wie Karstadt oder auch REAL gegangen sind. Marktplatz bedeutet, man begleitet sein standard Sortiment mit Ergänzungsartikeln z.B. ermöglicht man Eltern nicht nur die Lebensmittel für den Kindergeburtstag zu kaufen, sondern auch die komplette Deko.
Seit 2013 gibt es zudem die REWE Digital, eine strategische Unternehmenseinheit die sich komplett auf die Digitalisierung konzentiert und vorallem den Onlinehandel ausbauen soll. Eigentlich keine schlechten Vorraussetzungen…

 

Je schmaler der Reifen, desto höher die Beschleunigung

Lieber mit Logistikern arbeiten oder selbst eine Logistik aufbauen, eigentlich eine einfache Entscheidung, wenn man kein Logistikunternehmen sein möchte.  Für unseren Branchenriesen die REWE Group scheint es aber anders zu sein. Man setzt auf eigene Logistikzentren für den Onlinehandel. Natürlich kann man sich Fragen warum, aber laut Johannes Steegman dem CMO der REWE Digital ist klar: „…der Kunde vertraut einfach Rewe“. Liest man diesen Satz, so muss man sich die Frage stellen, ob herr Steegmann selbst mal online bestellt hat oder sich mit dem Einkaufsverhalten der Konsumenten näher beschäftigt hat, er hätte das Knowhow ja im Konzern. Diese These gilt vielleicht für Fleisch aber erfahrungsgemäß kauft der Großstadtbewohner bei dem Händler um die Ecke, unabhängig vom Namen und bekommt dazu regelmäßig Lieferungen nach Hause, völlig egal ob von DHL, Hermes, Amazon oder REWE. Schaut man zum Vergleich auf die Umsätze von Bofrost, dem Marktführer für Tiefkühl-Lieferungen, so sieht man eindeutig, die Stammkunden bleiben, aber neue kommen kaum dazu. Liefert Amazon schneller und zum selben Preis, dann ist mir auch das Gesicht des „Bofrost-Mannes“ egal. Zusätzlich äußert sich Herr Steegmann zu einem weiteren Problem, welches man nun erkannt hätte, es sei ineffizient, wenn der Fahrer des Lieferwagens selbst an der Wurstheke anstehen müsse, bevor er seine Lieferung packen kann. ich lass das mal unkommentiert. Bezüglich der Lieferzeiten, bietet die REWE aktuell an aus Lieferzeitfenstern (2 Std-Taktung) zu wählen, beginnend am nächsten Tag. Funktioniert, ist aber nichts für Kurzentschlossene.
Wenn dies die Erkenntnisse aus fünf Jahren Digitalisierung bei der REWE sind, dann darf man sich schon Fragen wo die Reise noch hingeht oder wann sie endet. Noch ist wohl ausreichend Budget vorhanden.

 

Es geht aber auch anders

Ein Blick in den Süden Deutschlands zeigt, sind Händler kleiner und finanziell nicht so potent wie die REWE Group, so lassen sich ganz pragmatische und Erfolgversprechende Lösungen finden. Die Lebensmittelkette Feneberg setzt nun in München neben dem Kochhaus und Basic ebenfalls auf Amazon Prime now. Innerhalb von zwei Stunden bekommen die Münchner nun also die Lebensmittel des neuen Anbieters geliefert. Aktuell zwar noch ein begrenztes Sortiment, dennoch wohl um längen attraktiver als auf den REWE Fahrer am nächsten Tag zu warten. In der Wartezeit kann man dazu ja noch Musik hören oder eine Serie schauen, alles im Preis inklusive.
Das auch Discounter wie ALDI in den USA auf Lieferkooperationen setzen, anstatt selbst in diesen Markt zu gehen, zeigt ebenfalls, dass nicht immer alles aus einer Hand kommen muss.
Ich finde die grundsätzliche Herangehensweise der REWE,  Player wie Amazon zu blockieren völlig nachvollziehbar, allerdings verstehe ich wirklich nicht, warum man nicht einfach besser abschaut.
Hoffen wir mal, dass Umdenken beginnt nicht erst, wenn die Budgets schrumpfen.

Viele Grüße
Benjamin

P.s. ich freue mich über Kommentare. Solltet Ihr mehr zu diesem und ähnlichen Themen erfahren wollen, vergesst nicht den Blog zu abonnieren.

 

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